Den Spreu vom Weizen trennen

In den Zeiten, in denen es mir sehr schlecht ging, fühlte ich mich oft alleine, traute mich nicht mich jemandem zu öffnen. Ich dachte ich sei der einzige mit solchen Problemen und die anderen verstehen mich eh nicht. Das führte dazu, dass ich mich immer mehr verschloss, mich abkapselte. Ich hatte das Gefühl, dass die Leute, also meine Freunde und Bekannten, das gar nicht hören wollten, es ihnen eh egal ist. Ich wollte niemanden mit meinen Problemen belasten. Aber glaube mir, irgendjemandem da draussen bist du wichtig. Irgendjemand da draussen nimmt das Telefon um 02.00 Uhr nachts ab und hört sich deine Ängste und Sorgen an.

In einer solchen Situation wie ich es bin/war merkst du schnell wer dein Freund ist, und wer nur Kollege. Das kann hart sein. Es ist aber auch sehr lehrreich und es kann einem gut tun, wenn man weiss, dass man wahre Freunde hat, die hinter einem stehen, egal was kommt. Auch ich musste die Erfahrung machen. "Freunde", die sich plötzlich nicht mehr meldeten. "Freunde", die mir ins Gesicht sagten ich sei Krank im Kopf - was ja gar nicht so abwägig ist, in dem Moment aber sehr schmerzte. Was dabei heraus kam, waren aber auch echte Freunde. Freunde, die dich in der Klinik besuchen und Freunde die mit dir die harten Zeiten durchstehen.

Du kannst niemanden dazu zwingen dein Freund zu sein, und ich glaube das Leute, die sich in einer solchen Situation von dir abwenden, auch gar nicht deine Freunde sind. Du kannst auch niemanden dazu zwingen, sich deine Probleme anzuhören.

Ich kenne diesen Schmerz, dieses Gefühl vom Ins-Nichts-Fallen, wenn man denkt, man hat niemanden hinter sich, aber glaube mir. So ist es nicht.

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