Vom alleine sein und vom träumen

Alleine sein ist nicht einfach, wird es auch nie sein. Aber man kann es lernen. Man kann lernen mit sich selbst klar zu kommen und was noch viel wichtiger ist, man kann lernen einen Scheiss darauf zu geben, was die Anderen von einem Denken. Nicht die Anderen stehen einem im Wege sondern man sich selbst. Die Grenzen, die man sich setzt existieren oft nur in unserem Kopf und es ist eine wahre Kunst diese zu überwinden, doch es ist machbar.

Durch meine Arbeit mit Therapeuten und der Auseinandersetzung mit mir selbst, ist mir bewusst geworden, dass das alleine sein schon lange einen wichtigen Platz in meinem Leben hat. Und dieser ist nicht gerade von positiver Energie. Besonders seit ca. einem Jahr, seit ich in St. Urban arbeite, ist dieses Thema immer mehr in den Vordergrund gerückt. Es ist mit vielen Ängsten und Unsicherheiten verbunden. Es ist auch der Auslöser, für gewisse Verhaltensmuster, die ich zeigte, welche mir schadeten. Jahrelang habe ich geglaubt, ich brauche immer jemanden an meiner Seite, einen Freund, auf den ich mich verlassen kann, jemand auf den ich mich stützen kann. Durch meinen Aufenthalt im PZM habe ich gelernt, mit mir selbst auszukommen, mein eigener Freund zu sein und habe erkannt, dass bevor ich mit irgend jemand anderem klar kommen will, zuerst mit mir klar kommen muss.

Was ich an dieser Stelle betonen möchte ist, dass ich einen sehr guten Freundeskreis habe, dieser hat sich zwar in den letzten Monaten verändert hat, aber ich weiss trotzdem, dass ich auf jeden Einzelnen zählen kann.

Es ist schön zu wissen, dass man Rückhalt hat in seinem Freundeskreis, doch jede Medaille hat ihre Kehrseite und so musste ich Leute, von denen ich dachte, sie seien echte Freunde, gehen lassen.

Es gibt bestimmt viele, die behaupten, dass ich mein Vorhaben nicht schaffen werde oder aufgeben werde. Ob ich es schafffe, kann ich auch nicht sagen, was ich aber sagen kann, ist, dass ich es versucht habe.

Ich träume schon lange davon alles hinter mir zu lassen und einfach zu gehen. Einen grossen Einfluss darauf hat der Film und das dazugehörige Buch "Into the Wild". Dabei geht es um den 23-jährigen Christopher McCandless, der nach den Wünschen seinen Eltern die Uni absolviert, danach aber alles abbricht und aufgibt, um zwei Jahre durch Amerika zu reisen und anschliessend versucht in Alaska zu überleben. Zwar überlebt er sein vorhaben nicht, trotzdem hat diese Geschichte für mich etwas sehr inspirierendes. Alles zurücklassen, sich nur auf das wesentliche konzentrieren, sich den Gewalten der Natur zu stellen.

Ich begebe mich gerne in Traumwelten, bin ein Tagträumer. Bis vor Kurzem habe ich das oft mit dem grünen Samt gemacht, welcher mich in andere Welten teleportierte. Ich merkte jedoch viel zu spät, dass dieser mir nicht gut tut. Am träumen hat sich trotzdem nichts verändert. In meinem Kopf, mit meinen Gedanken, bin ich schon um den ganzen Globus und noch viel weiter gereist.

Etwas das mich auch träumen lässt, ist das Lesen. Dadurch kann ich in andere Welten abtauchen und mich inspirieren lassen.

Das schöne an Träumen ist, dass sie einem niemand nehmen kann, höchstens die Hoffnung mag schwinden.

 

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