Der Tod und ich

Jeden Morgen, wenn ich mir die Zähne putze sehe ich die Narben an meinem Hals. Beidseitig, auf Höhe der Hauptschlagader. Und wenn ich mir die Hände wasche sehe ich die Narbenstränge, die sich dem Handgelenk herunter ziehen. Und jedes Mal wiege ich zwischen zwei Meinungen hin und her: Soll ich es wieder tun? Soll ich wieder versuchen diesem Leben ein Ende zu setzen? Oder soll ich das Leben nun wirklich anpacken und alles hinter mir lassen, neu anfangen?

Ich schäme mich sehr für dieses Mahnmal meiner Vergangenheit und trotzdem werden sie nie verschwinden und mich an eine schwierige Zeit erinnern.

Ich wünschte, ich hätte die Eier, um mich zu töten.


Ich wünschte ich könnt unbeschwert und voller Freude durchs Leben gehen. Doch leider kann ich das nicht. Düstere Gedanken holen mich immer wieder ein.

Früher war ich ein aufgedrehter Junge, der viel draussen in der Natur unterwegs war, der kein Blatt vor den Mund nahm. Sogar ein ADHS vermutete man bei mir, so quengelig und voller Energie war ich. Ich war immer der Klassenclown, immer ein Spruch auf Lager.

Doch seit ich begann zu kiffen änderte sich dies. Ich versank immer mehr in meinen Gedanken, zog mich zurück und was meiner Meinung nach das schlimmste ist, ich hinterfragte immer, was die anderen von mir wohl denken.

Aber um auf den Tod zurück zu kommen. Ich verspüre einfach keine Lebensfreude mehr. Gerade jetzt, wo die Fasnacht vor der Tür steht. Die Leute gehen raus, verbringen Zeit miteinander, lachen, betrinken sich. Für mich der reinste Horror. Ich verspüre auch sonst, abgesehen von der Fasnacht, kaum mehr Lebensfreude oder -energie. Jeden Morgen frage ich mich, wieso ich das eigentlich noch mache. Von meinem Geld geht die Hälfte an den Staat, ich habe weder Energie noch Freude an irgendetwas und wirkliche Freunde sind mir auch nur noch eine Handvoll geblieben. Im Moment habe ich weder Zukunftsaussichten, einen Job noch wohne ich in der Nähe meiner Kollegen. Beim kleinsten Ausraster werde ich in ein 4x4m grosser Zimmer gesperrt oder noch schlimmer, gleich ans Bett gefesselt.

Alles was ich mir wünsche ist, dass ich Sorgenfrei durchs Leben gehen kann.

Gibt es den Tod wirklich oder nur den Moment kurz zuvor?

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Kommentare: 1
  • #1

    Leserin (Mittwoch, 07 Februar 2018 23:14)

    Lieber Schreiber

    Schreib einfach..schreib dir alles von der Seele..deine Gedanken und Emotionen wie auch deine Sichtweise kann jedem helfen der in einer ähnlichen Situation steht.Deine öffentlichen Hinterfragungen lassen Selbsreflektion zu.
    Schreib ..schreib..schreib einfach weiter...
    Denn ich denke..es tut dir gut..
    Danke...