Geld / Wünsche

Musik ist momentan mein stetiger Begleiter, ein Ort wo ich Kraft schöpfen kann. Oft höre ich den Song "Original" vom Rapper Prinz Pi (dessen neustes Album übrigens sehr empfehlenswert ist) und ein bestimmter Part hört sich so verdammt echt an für mich: "Wir tauschen Lebenszeit gegen Geld und Geld gegen Materialien um Leuten zu imponieren, denen wir scheissegal sind". Ich finde diese Zeilen sehr zutreffend. Für was Arbeiten wir? Um Geld zu bekommen. Und was machen wir mit diesem Geld? Wir geben es für Dinge aus, um damit protzen zu können. Natürlich kommen noch Spesen für Krankenkasse, Steueren etc. dazu aber trotzdem. Seien das nun Ferien in den Seychellen oder ein dickes Auto. Es geht nur noch um die Selbstdarstellung, ich bin davon nicht ausgenommen. Ich wünschte ich könnte aus diesem Hamsterrad aussteigen und einfach mein Leben leben, meinen Träumen nachgehen. Aber immer spüre ich den Druck, den ich mir selbst aber auch die Gesellschaft aufbürdet. Ein Ausbildung muss her. Eine Weiterbildung muss gemacht werden. Eine weitere Stufe muss in der Karriereleiter nach oben gegangen werden.

Ich bin noch nicht viel oder quasi noch gar nicht gereist in meinem Leben, deshalb liebe ich es mit Leuten darüber zu sprechen. Und immer wird mir gesagt, du kannst ja später noch reisen gehen. Aber was wenn nicht? Was wenn ich vorher sterbe? Was wenn ich eine Krankheit bekomme, die mich am reisen hindert? Das macht mir Angst.

Wir sind immer ans Geld gebunden. Ohne Cash geht heute nichts mehr. Etwa die Hälfte unseres Lohnes geben wir an den Staat ab, damit dieser Sachen finanzieren kann, die in meinen Augen zum Teil sehr fragwürdig sind.

Ich wünschte ich könnte einfach meinen Rucksack packen und gehen. Ohne Geld, ohne Sorgen, ohne nach zu denken.

Das ist aber nicht mein einziger Wunsch. Ich möchte viel reisen, fremde Kulturen entdecken. Aber nicht alle meine Wünsche beziehen sich auf meine Zukunft. Ich wünschte ich könnte vieles aus meiner Vergangenheit rückgängig machen oder wenigstens etwas daraus lernen.

Ich fühle mich gefangen. Jetzt sitze ich hier in dieser Anstalt, trinke Leitungswasser, das nach Chlor riecht und immer wenn diese Aufbruchstimmung in mir Hochkommt werde ich zappelig, werde ich nervös. Ich bin gefangen, kann nicht einfach weg, ansonsten werde ich sofort von der Polizei gesucht. Ich hoffe es ist bald vorbei und der Himmel lichtet sich und die dunklen Wolken geben platz für Sonnenstrahlen. 

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Kommentare: 5
  • #1

    Me (Mittwoch, 21 Februar 2018 20:17)

    Sehr schöner Artikel, welcher zum Nachdenken anregt.
    Denoch bin ich mir sicher das, wenn du durchhälst, du dir ein paar von deinen Wünschen erfüllen wirst.

  • #2

    idgaf (Mittwoch, 21 Februar 2018 22:31)

    Das ist nicht die Gesellschaft, die dich unter Druck setzt. Das bist du selbst, du lässt es zu. Ich lebe auch in dieser Gesellschaft, ich muss auch zu einem gewissen Mass mitschwimmen, leider. Aber ich interessiere mich nicht dafür, was von mir erwartet wird. Natürlich muss ich auch arbeiten und Rechnungen bezahlen. Aber ich inszeniere mich sicherlich nicht, um der Gesellschaft oder irgendjemandem zu entsprechen. Meine Erwartungen, die ich mitlerweile auf meines Erachtens „Selbstverständliches“ reduziert habe, werden auch nicht erfüllt. Wieso sollte ich also versuchen, ihren Erwartungen gerecht zu werden? Das ist mein Leben, nicht das der, die es verurteilen. Ich mache einfach mein Ding, das was für mich stimmt und versuche dabei niemandem in die Quere zu kommen. Am Schluss muss ich auf mich selbst klarkommen.

  • #3

    Me (Freitag, 23 Februar 2018 07:01)

    @idgaf

    Grundsätzlich stimmt das schon was du geschrieben hast, mach jedoch keinen Sinn mehr wenn mann an einer psychischen Erkrankung leidet.

  • #4

    idgaf (Freitag, 23 Februar 2018 21:03)

    @Me

    Ich leide selbst an einer psychischen Erkrankung. Generallisieren ist wohl nie gut..

  • #5

    ER (Montag, 19 März 2018 22:37)

    "Was wenn all das, was ich getan habe mich genau hierher gebracht hat?" -CS vermutlich kennst Du dieses Zitat. Als ich deinen Text gelesen habe, kam es mir wieder in den Sinn. Du scheinst an einem schwierigen Punkt im Leben angelangt zu sein, oder gar darin stecken zu bleiben. Beim lesen deiner Texte merkt man jedoch, dass da mehr ist. Eine unglaubliche Lust auf Abenteuer, Reisen auf fremde Kulturen und auf das Ungewisse. Glaub an dich! Mache dir nicht mehr zu viele Gedanken über deine Vergangenheit die du sowieso nicht mehr ändern kannst und konzentriere dich auf das was kommt - du hast es in der Hand!
    Und behalte das im Herzen:
    "There’s literally nothing in nature that blooms all year long, so do not expect yourself to do so.“
    Am Ende wird alles gut.